Umgang mit der Angst bei ICD-Patienten 

Referentin:  Dr. Katharina Hucklenbroich,
                   Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, Unversitätsklinik Münster

Es war ein heißer, heller Sonnen-Tag an dem wir uns als Selbsthilfegruppe getroffen haben und der „Einzug“ eines „Winterblues“ nicht so gut vorstellbar  - aber die Gedichtzeilen von Friedrich Rückert in der Einladung zu diesem Treffen lauteten am Ende:
„...und der Sommer flieht“ . Dieses ist geschehen, denn mit einem Sprung kamen herbstliche kühle Temperaturen.

In dem Vortrag von Frau Dr. Hucklenbroich haben wir jedoch erfahren, dass eine hierdurch bedingte und mögliche leichte Verstimmtheit noch nicht der „Winterblues“, also eine „Saisonalabhängige Depression“ bedeutet. Hierzu gehören einige Hauptkriterien und mehrere Nebenkriterien. Entscheidend ist zu dieser Erkrankung auch, dass sie immer im jahreszeitlichen Zusammenhang auftritt und dazwischen keine depressiven Symptome oder Beschwerden vorliegen. Im weiteren hat Frau Dr. Hucklenbroich uns die  Möglichkeiten einer Behandlung genannt und als Wichtiges auch was wir zur Verhinderung dieser Erkrankung selbst tun können, wie z. B. 30 Min täglich spazieren gehen, uns regelmäßig sportlich betätigen, für viel Licht sorgen, wie mit einem „Lichtwecker“ etc.  Und bei einer Depression sei es immer auch wichtig die Funktion der Schilddrüse, als mögliche Verursacherin, abklären zu lassen.

In ihrem weiteren informativen Vortrag ging es um das Thema „Angststörungen“, die uns schon einiges „näher“ waren, denn diese kennen und kannten viele von uns. Hier sind dann auch von einigen Betroffenen Situationen mit großer Not geschildert worden, viele Fragen entstanden und es kam zu einem lebendigen Gespräch zwischen uns Betroffenen und Frau Dr. Hucklenbroich. Sie hat hierbei erklärt, einfühlend und verstehend reagiert, so dass wir uns mit unseren Anliegen bei der Referentin, einer sehr kompetenten Ärztin aufgehoben fühlten. Sie hat z. B. ganz klar gesagt, dass durch den Defibrillator ausgelöste Schock`s auch zu einer „posttraumatischen Belastungsstörung“ führen kann und es deutlich wurde, dass dieses Verstehen, dieses Ernstnehmen und auch dieses Wissen sich viele von uns von den jeweils behandelnden Ärzten wünschte. Denn es ist angezeigt hierbei, z. T. auch notwendig psychotherapeutische Hilfe zu bekommen und bekommen zu können. Und das Wichtigste bei allem, was alle Anwesenden sich wünschten, war, mehr Informationen und Aufklärung von Ärzten zu bekommen, denn, so Frau Dr. Hucklenbroich, „... Aufklärung und Wissen minimiert auch Angst...“  Dieses ist ja einer der wesentlichsten Gründe für unsere allmonatlichen Treffen:  von den Erfahrungen und dem inzwischen erworbenen Wissen vieler betroffener Defi-Patienten zu erfahren und verstanden zu werden.

Aber auch der Uniklinik Münster, der Abteilung „Psychosomatik und Psychotherapie“ sind die psychischen Probleme von Menschen mit einem Defibrillator, insbesondere wenn es zu Schock`s durch den Defibrillator gekommen ist und den daraus entstehenden Ängsten, Panikstörungen etc. bewusst - und auch hier  können und könnten diese Störungen und manchmal schweren Belastungen behandelt werden - und dieses nicht mit so langen Wartezeiten, so erfuhren wir es von Frau Dr. Hucklenbroich.

Wir haben uns über diesen informativen, lebendigen und offenen Treff, mit einem regen Austausch zwischen der Referentin und uns Defi-Patienten gefreut und Frau Dr. Hucklenbroich für ihr Kommen gedankt.

Dr. Katharina Hucklenbroich während ihres VortragsDr. Katharina Hucklenbroich während ihres Vortrags

 

ErkennungsmerkmaleErkennungsmerkmale einer posttraumatischen Störung nach Mehrfachschocks

 

Herrn Kühlert überreicht ein kleine Aufmerksamkeit als DankeschönHerrn Kühlert überreicht ein kleine Aufmerksamkeit als Dankeschön