Am Abend des ersten Tages gab es nach interessanten Vorträgen und den Arbeiten in den Kleingruppen ein mediterran/westfälisches, leckeres Abendbuffet.

Noch an den Tischen sitzend, ging es gleich weiter:

dao kam harin:
en hennigen kleenen Kääl met'n blaoen Kiel, 'ne graute Kiepe up'n Puckel un Holsken an'ne Föte:
de Kiepekääl. Sofort begann er zu erzählen. Es waren nur wenige Sätze, die er zu uns sprach und wir wussten: es wird ein Abend mit Freude und Lachen  -  und so war es auch!

Der Kiepenkerl,  Herr Kleingräber, wenige Tage vor seinem 85. Lebensjahr, hat uns einiges aus dem geschichtlichen Wissen des vergangenen Jahrhunderts  zum Leben und Arbeiten der Münsterländer erzählt. Und dieses in so humorvoller, witziger Art, und natürlich alles im Münsterländer Platt, so originell und liebevoll, dass wir immer wieder herzhaft gelacht haben.

Er holte hierzu immer neue Utensilien aus seiner abgestellten Kiepe und erzählte die dazugehörige  Geschichte und Weisheit, z. B:
einen Holztopf und den dazugehörigen Spruch: „in't Fettnäppken triëden“,
einen großen Holzlöffel und dazugehörig: „den Liäppel afgiäwen“,
einen spezieller Holzkasten, die Bedeutung und Verwendung dieses Kastens und den Satz: „de hät'se nich mäehr alle up't Kästken“,
ein Etui mit einem Löffel und einem Rasiermesser, Wiärktüg van'n Barbutz  un wat de daomet döt.
                                    
Interessant waren die Utensilien, spannend auch die Erzählungen dazu -  besonders schön, lustig und erheiternd und uns zu herzhaftem Lachen herausfordernd aber war die Art und Weise, wie der Kiepenkerl uns die Geschichten hierzu erzählte.      

Auch ohne Utensilien gab es „wundersame“ Erzählungen und Witze und immer wieder gab es bei uns laute Freude hierzu.
Tüschkendüör haalde de Kiepenkääl sienen Treckbüel ut de Kiepe, den hadde he us auk metbracht, verdelde Leedersieddels un sang un spiellde de Leedkes met us, de wi us van den Sieddel utsocht hadden.
         
Es war ein Abend, eine Darbietung, die uns durch viel geschenkte Freude, Frohsinn und Heiterkeit und auch dem gemeinsamen Singen nach einem anstrengenden Tag entspannen ließ und unserer Seele, unserem Herzen und unserem Körper gut getan hat!  

Wi seggt ussen Kiepenkääl, Häern Kleingräber, gaas hiärtlick Dank un wünsket em för de Tokunft – auk aohne Kiel, Kiepe un Holsken – viell Glück, Gesundheit un Fraide!

Der Kiepenkerl in Aktion

Der Kiepenkerl musiziert

Belustigte Zuhörer

Pause mit Kiepenkerl