Arbeitskreis mit Cornelia Hoppe von der Firma Boston Scientific

Über die Technik in mir

Technik, die Leben rettet, will verstanden werden: Frau Hoppe von der Firma Boston Scientific konnte hier weiter helfen.Technik, die Leben rettet, will verstanden werden: Frau Hoppe von der Firma Boston Scientific konnte hier weiter helfen.Die Stippvisite im Arbeitskreis mit Frau Hoppe – einer Repräsentantin der Firma Boston Scietific – zeigte: Hier ging es in der Hauptsache um technische Fragen, die nahezu alle ICD-Träger_innen im Alltag beschäftigen. Zum Beispiel, wie lange eine Batterie halte, wie man erkenne, dass es Zeit sei für einen Wechsel und welche Kontrollintervalle für den Batterie-Check empfohlen würden. Scherzhaft kam aus dem Teilnehmerkreis dazu der Vergleich mit der Inspektion des Autos. Als ICD-Träger lernt man wohl auch, dass mit Humor viele Fragen leichter zu ertragen und viele Themen leichter zu besprechen sind. Frau Hoppe wusste jedenfalls ebenso vorzüglich mit diesem Humor umzugehen wie sie es verstand, die Fragen aus dem Arbeitskreis zu beantworten.

Versiert erläuterte sie zum Beispiel, dass ein ICD permanent unter Strom stünde, da er immer in „Hab-Acht-Stellung“ sein müsse, falls etwas passiere. Rund 80 Schocks könne er im Laufe seines etwa fünf- bis siebenjährigen Lebens abgeben. Zur Kontrolle der Batterie empfehle die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, einmal pro Jahr in die Klinik zu gehen. Sei die Batterie bereits älter, würden diese Kontrollintervalle in Absprache mit den Ärzten verkürzt. Gleiches gilt auch, wenn der ICD häufig zum Einsatz gekommen sei. Viele Defibrillatoren geben außerdem ein Warnsignal ab, das zu gegebener Zeit an die Batteriekontrolle erinnere. Grundsätzlich gelte, dass die Batterie nach einer Signalabgabe für weitere drei Monate zu 100 Prozent stimulationsfähig sei und noch zehn Schocks abgeben könne. Viele Patienten nehmen ihren „alten“ ICD mit nach Hause, wenn sie einen neuen bekommen. Hier wusste Frau Hoppe von Situationen zu berichten, die für Verwirrung sorgen könnten: Denn bei dem herausgenommenen ICDs reicht die Batterieleistung aus, um regelmäßig warnende Signale abzugeben. Um Irritationen zu vermeiden, ist es deshalb vorteilhaft, den herausgenommenen ICD endgültig abzuschalten.

Um das endgültige Abschalten des ICD ging es auch in einem ganz anderen Zusammenhang. Nicht das Überleben war hier das Thema, sondern das Sterben. Beeindruckend war auch hier der beeindruckende Pragmatismus vieler Teilnehmer_innen, deren Fragen durchaus ans Eingemachte gingen. Und die mit Antworten zurecht kommen müssen, da lauten: »Ein ICD gibt acht Schocks in der Kammerflimmerzone ab und erkennt dann: Ich habe mein Bestes gegeben, jetzt höre ich auf.« Schließlich kam neben dem Sterben müssen auch das Sterben wollen zur Sprache. Und auch auf die Frage, was man mit dem ICD mache, wenn man selbstbestimmt sterben wolle, gab Frau Hoppe eine klare und einfache Antwort: Man kann ihn ausschalten.

Text © Birgit Schlepütz
Foto © Defi-Liga e.V.