Defibrillator: Feuerzeug-großes Implantat rettet Herzkranken das Leben
Tagung am 1. und 2. März 

Angelika Däne war schon mal tot. Als ihr Herz bei einer Familienfeier streikte, fiel die damals 39-Jährige einfach um. Dass sie heute, zehn Jahre später, wieder Freude am Leben hat, verdankt sie vor allem dem Defibrillator in ihrer Brust.Angelika Däne war schon mal tot. Als ihr Herz bei einer Familienfeier streikte, fiel die damals 39-Jährige einfach um. Dass sie heute, zehn Jahre später, wieder Freude am Leben hat, verdankt sie vor allem dem Defibrillator in ihrer Brust. 
Foto: Dirk Brunsmann

Ein Lebensretter, der ausgedient hat: Diesen Defibrillator trug Iris Keller (l.) zuletzt in
ihrem Körper. Mittlerweile hat sie ein Spenderherz. Angelika Däne lebt dagegen weiterhin mit dem kleinen Hightech-Gerät.

Von Dirk Brunsmann

Münster. „War’s das jetzt?“ Diese Frage schoss Angelika Däne in den Tagen und Wochen nach ihrem Todeserlebnis durch den Kopf. Lange Jahre hatte ihr ihre Herzmuskel­erkrankung wenig Probleme bereitet. Doch plötzlich, bei der Familienfeier, war sie wieder da. Und hätte sie vermutlich umgebracht, wären nicht einige der anwesenden Gäste Ärzte gewesen. Nur so überlebte Angelika Däne die Herzattacke, ehe sie der Notarzt mit Hilfe eines Defibrillators wieder ins Leben zurückholte. Kurz nach der Herzattacke implantierten die Ärzte Angelika Däne einen Defibrillator. Das Metall­kästchen, etwa so groß wie ein Feuerzeug, ist bis heute der ständige Begleiter der 49-Jährigen und ihr permanenter Lebensretter.

Bei etwa 250 Patienten jährlich implantieren die Herzspezialisten der Uniklinik einen Defibrillator. Jeder von
ihnen hat entweder einen plötzlichen Herztod überlebt oder leidet unter lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen. Wo Medikamente nicht mehr helfen können, wird der Defibrillator zum Lebensretter –
allerdings zu Einem mit unangenehmen Nebenwirkungen. Gerät das Herz eines Patienten nämlich ins Stolpern, schickt das Hightech-Gerät einen Stromstoß durch den Körper. Und der, sagt Iris Keller, „fühlt sich an, als wenn einem ein Pferd vor die Brust tritt“.

Ein Gefühl, mit dem die meisten nur sehr schwer leben können. Hilfe finden sie bei der Defi-Liga „Herz in Takt“.
1992 hat sich diese Selbsthilfegruppe in Münster gegründet. Heute gehören ihr mehr als 100 Patienten und
Angehörige aus ganz Deutschland an. Damit ist die Defi- Liga eine der größten und zugleich bekanntesten Selbsthilfegruppen für Defibrillator- Patienten bundesweit. Angelika Däne ist als Schriftführerin in dem Verein aktiv. Den Vorsitz hat Iris Keller. Die Münsteranerin hat sechs Jahre lang mit einem Defibrillator leben müssen, ehe ihr die Ärzte im Dezember 2005 ein Spenderherz implantierten. Das „prima Ding“ hat Iris Keller neuen Lebensmut gegeben – und zwar soviel davon, dass sie sich als Vorsitzende der Defi-Liga nun für die stark macht, die mit einem Defibrillator leben müssen. Einmal jährlich richtet die Defi-Liga einen Kongress aus. In diesem Jahr findet der am 1. und 2. März (Samstag/Sonntag) statt. Etwa 100 Gäste tauschen sich dann untereinander und mit Experten über das „Leben mit dem Defibrillator“ aus. Die Veranstaltung findet in der Akademie Franz-Hitze-Haus statt, mit der die Defi-Liga seit Jahren eng kooperiert. Sie können sich noch zu der Tagung anmelden. Infos gibt es auch unter : 0251 / 9 81 84 22 oder unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!