Münster. Es ist, als ob man einen Pferdetritt vor die Brust bekommt. Ein Schlag, der einen umhaut. Ganz plötzlich, ohne Vorwarnung. Wer einen Defibrillator in seiner Brust hat, kann ohne ihn nicht leben. Mit ihm ist es schwer.

Klein, aber große Wirkung: Wenn der Defibrillator einen Stromstoß abgibt, ist das, als ob ein Pferd gegen den Brustkorb tritt. Die Angst davor kennen Iris Keller (l.) und Angelika Däne von der Defi-Liga. Foto: © Katja BührenKlein, aber große Wirkung: Wenn der Defibrillator einen Stromstoß abgibt, ist das, als ob ein Pferd gegen den Brustkorb tritt. Die Angst davor kennen Iris Keller (l.) und Angelika Däne von der Defi-Liga. Foto: © Katja Bühren

Iris Keller hat diese Erfahrung gemacht. Von 2000 bis 2005 verpasste ihr das metallene Gerät, das etwa so groß ist wie eine Streichholzschachtel und über eine Sonde mit dem Herzen verbunden ist, 25 bis 30 Mal diesen Stromstoß. Heute muss sie nicht mehr mit der Angst davor leben. Sie hatte Glück und erhielt ein neues Herz, das zuverlässig arbeitet.

Viele andere leben aber weiter mit der Angst, völlig unerwartet einen Schlag zu bekommen, damit das Herz wieder im richtigen Takt schlägt. Einige davon treffen sich in der Selbsthilfegruppe Herz in Takt – Defi-Liga, deren Vorsitzende Iris Keller ist. Die Mitglieder haben einen plötzlichen Herztod überlebt oder leiden unter medikamentös behandelten, lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen.

Sonde zum Herzen

„Ohne den Defibrillator können wir nicht überleben. Mit ihm zu leben ist schwierig“, sagt Angelika Däne, Schriftführerin der Defi-Liga. Sie leidet unter Herzrhythmusstörungen und lebt deshalb mit einem Defibrillator im Brustkorb.

Angelika Däne und Iris Keller wollen sich aufgrund ihrer Erfahrungen und Erkrankungen nicht zurückziehen. Sie sind in der Defi-Liga Ansprechpartner für andere Betroffene und wollen diese unterstützen. Dabei gehe es nicht nur um die harten Schocks durch die Defibrillatoren. „Die Angst, dass ein Schlag kommen könnte, ist immer im Hinterkopf“, sagt Angelika Däne. Es gehe darum, in der Gruppe mit den Betroffenen über die Sorgen und Ängste zu sprechen und ihnen mehr Sicherheit zu geben.

Die Defi-Liga

Die Selbsthilfegruppe trifft sich seit 1992 außerhalb der Ferien in NRW jeden ersten Freitag im Monat im Franz Hitze Haus. Zudem organisiert sie einmal im Jahr mit dem Herzzentrum Münster und der Akademie Franz Hitze Haus eine Tagung. Im Jahr 2008 findet sie am 1. und 2. März statt. Zu den Referenten gehören Prof. Günter Breithardt und Prof. Gereon Heuft von der Uniklinik Münster. Anmeldungen, Telefon 0251/9818422, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Mehr Infos zum Programm und zur Defi-Liga: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder im Internet: www.defi-liga.de