HAUPTREFERENTEN

Prof. Dr. Klaus Völker

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Prof. Dr. Klaus Völker, Direktor des Instituts für Sportmedizin, begeisterte die Teilnehmer mit seinem spannenden Vortrag „Turnt der Defi mit?“

  1. für Patienten mit einem implantierten Defibrillator oder Schrittmacher ist nicht zwingend ein „No-Go“, erklärte  Prof. Dr. Klaus Völker den Teilnehmern auf anschauliche Weise. Inaktivität kann bei Herzproblemen den Krankheitsverlauf sogar negativ beeinflussen. Sport und Bewegung – belegen diverse Studien – hätten bei vielen Krankheiten eine positive Wirkung auf den Patienten, so Völker. Viele Sportarten sind erlaubt. Aufpassen sollen Defi-Patienten allerdings bei Football, Rugby oder Kampfsport – also Sportarten, bei denen der Defibrillator oder Schrittmacher durch Schläge beschädigt werden kann. Auf keinen Fall dürfe man tauchen, denn aufgrund der eingebauten Luftkammer seien viele Geräte zum Tauchen ungeeignet. Generell rät der Sportmediziner: „Man muss  schauen, wenn eine Einschränkung des Herzens vorhanden ist, wie hoch ist das Spektrum, das ich zur Verfügung habe und für sich klären, wie hoch die Intensitäten sein dürfen, die man eingeht.“ Sich nicht überfordern, aber auch nicht passiv werden, das sei das gesunde Mittelmaß.

Wenn sie mehr zum Vortrag von Prof. Dr. Klaus Völker hören wollen,
klicken sie auf diese Audiodatei.


Dr. Julia Köbe

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Dr. Julia Köbe vom UKM sprach in ihrem Vortrag „Biventrikuläre Systeme und neue Medikamente“ über konventionelle implantierbare Systeme, biventrikuläre Systeme, das subkutane ICD-System, Telemedizin und über Alternativen zum Gerinnungshemmer Marcumar.

Seit 2000 arbeitet Dr. Julia Köbe am UKM, zunächst als Internisten, dann als Kardiologin. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit dem Gebiet der Defibrillator-Technologie und arbeitet eng mit der Defi-Liga zusammen. Hauptthemen des Vortrags waren u.a. die biventrikuläre Therapie und der subkutane Defibrillator.

Die biventrikuläre Stimulation ist eine Therapieform, die sich an Menschen richtet, die eine Herzschwäche haben. Oft gehe die Erkrankung mit Luftnot und geschwollenen Beinen – hervorgerufen durch die fehlende Herzleistung –  einher, sagte Köbe. Die Therapie resynchronisiere die Herzleistung und sorge dadurch für einen Rückgang der Begleitbeschwerden.

Zusammen mit ihren Kollegen vom UKM hat sie im Juni 2010 erstmals einen subkutanen Defibrillator implantiert, der direkt unter der Haut liegt – ohne eine Elektrode im Herzen. „Der Vorteil eines subkutanen Geräts ist, dass es keinen direkten Kontakt mehr zum Herzen gibt. Die Krux ist bei herkömmlichen Geräten, dass die Elektroden, die im Herzen sitzen, in der Langzeittherapie kaputt gehen können, dann gewechselt werden müssen und teilweise nicht  mehr aus dem Herzen herausgehen“, so Köbe. Ein Nachteil sei aber, dass das Gerät größer sei als ein herkömmlicher Defibrillator. Das Gerät liegt seitlich unter der Brust und ist erhaben, der Knubbel, der dadurch entsteht, kann störend wirken. Das bestätigte eine Teilnehmerin, die einen subkutanen Defibrillator trät. Sie bemängelte, dass sie nicht mehr auf der Seite schlafen könne. Das Gerät ist außerdem nicht für Patienten mit chronischer Erkrankung geeignet.

Ein Interview mit Dr. Julia Köbe finden sie hier. (Audiodatei)

Zu den anderen Referenten

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Acht weitere Experten bereicherten die Veranstaltung mit ihrem Wissen und arbeiteten mit den Teilnehmern in kleinen Work-Shops zu unterschiedlichen Themen.


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Klaus Roberz, Abteilungsdirektor Deutsche Rentenversicherung Westfalenin Münster, beantwortete Aktuelle Fragen zur Rente

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Dr. Petra Lünnemann, Medizinerin, Münster leitete die Arbeitsgruppe„Umgang mit Angst“

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Dr. Birgitta Jacobs, Ökotrophologin aus Münster riet zu „Mediterraner Ernährung“


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Claudia Marinos, St. Jude Medical GmbH Eschborn, beantwortete „Fragen an die Medizintechnik“

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Dr. Norbert Kronlage, Internist aus Nordwalde sprach über „die Rolle des Hausarztes“


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Sonja Pfeiffer aus Münster sprach über „die Situation der Angehörigen“


Ohne Abbildung:
Dr. Stefan Gunia, Kardiologe vom Universitätsklinikum Münster beantwortete „Fragen an die Medizin“
Silvia Dalhoff, Dipl.-Psychologin aus Münster, behandelte das Thema „Umgang mit Angst“

Texte, Fotos und Hörbeitrage von Lena Gilhaus