Die aktuelle Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie „Ventrikuläre Arrhythmien und Prävention des plötzlichen Herztodes“ aus 2015 aktualisiert die Leitlinie aus 2006 und beinhaltet eine Vielzahl von Neuerungen und Bewertungen, welche auf aktuellen Studien beruhen. In diesem Kommentar werden die europäischen Empfehlungen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Versorgungsstrukturen in Deutschland interpretiert und hierfür angepasste Empfehlungen spezifiziert.

Die neue Leitlinie fokussiert auf die Prävention des plötzlichen Herztodes unter besonderer Berücksichtigung von strukturell assoziierten ventrikulären Arrhythmien und angeborenen Arrhythmieerkrankungen. Neu sind Empfehlungen zur autoptischen Klärung inklusiver molekularer Untersuchungen bei plötzlichen Todesfällen, detaillierte Empfehlungen zur Anwendung subkutaner und tragbarer Defibrillatoren, das psychosoziale Management nach Implantation von Defibrillatoren sowie der isikostratifizierung früh nach einem Myokardinfarkt. Die Empfehlungen zur kardialen Resynchronisationstherapie wurden anhand aktueller Studien adaptiert, die Indikationen zur Versorgung mit implantierbaren Defibrillatoren bei Patienten ohne ischämische Kardiomyopathie wurden anhand aktuellster Studien im Vergleich zur europäischen Leitlinie für Deutschland modifiziert.

Die Leitlinie zeigt eine deutliche Aufwertung der Katheterablation ventrikulärer Arrhythmien sowie Empfehlungen zur frühzeitigen interventionellen Therapie beim Auftreten einer ventrikulären Tachykardie. In diesem Kommentar werden zu jedem Themenkomplex die Neuheiten der aktuellen europäischen Leitlinie herausgestellt sowie in diesem Zusammenhang mögliche Anpassungen der Empfehlungen für Deutschland nach Meinung der Autoren dargestellt.

Quelle: Artikel zum Kommentar zu den ESC-Leitlinien 2015 „Ventrikuläre Arrhythmien und Prävention des plötzlichen Herztodes“ der DGK

Literaturnachweis: Deneke, T., Borggrefe, M., Hindricks, G. et al.
Kardiologe (2017). doi:10.1007/s12181-016-0115-z
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Stand 01/2017