Liz Kühlert. Foto: © Ilona Kamelle-NiesmannLiz Kühlert. Immer wieder hört man: Der Defi verursacht Schulterprobleme. Ganz so stimmt das nicht, wusste Liz Kühlert in ihrem Arbeitskreis „Defi und Schulter“ zu berichten. Sie ist Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie im Mathias-Spital in Rheine und in ihrem Arbeitskreis ging es in der Hauptsache um die Sorge, die viele Defi-Patienten haben, dass der Defi Schultererkrankungen befördert oder auch die Behandlung von typischen Schultererkrankungen bzw. Schulterverletzungen beeinträchtigen kann. Im Anschluss an den Arbeitskreis fasste Liz Kühlert die Ergebnisse kurz zusammen.

Frage: Verursacht der Defi denn Schultererkrankungen?

Liz Kühlert: Nein, typischerweise nicht. Ich kann diese Sorge verstehen und habe deshalb in meinem Vortrag ein wenig Anatomie gezeigt und erläutert, weswegen die Dinge zwar benachbart sind, sich aber dennoch nicht im Weg stehen. Dass man deshalb als Defi-Patient letztendlich keine Sorge vor mehr oder schlimmeren Schultererkrankungen oder –verletzungen haben muss, als die Normalbevölkerung. Und dass man für den Fall, dass doch einmal etwas eintritt, das genauso gut behandeln kann.

Frage: Sagen wir einmal, ich breche mir mein Schlüsselbein. Hat das Auswirkungen auf den Defi?

Liz Kühlert: Es hat insofern eine Auswirkung, als der Operateur noch ein bisschen sorgfältiger aufpassen muss. Mehr Auswirkungen hat das nicht, weil der Defi zwar in der Nähe des Schlüsselbeins liegt, aber doch so weit davon weg, dass man das Aggregat oder die Sonde nicht dabei verletzt.

Frage: Was wollten Ihre Teilnehmer_innen wissen? Gab es viele Fragen?

Liz Kühlert: Es gab viele Fragen, die aber erstaunlicherweise fast alle in die gleiche Richtung gingen: Man merkt, dass eine allgemeine Sorge da ist, die Schulter frei zu bewegen. Mein Eindruck war, dass fast alle Angst hatten mit dem Arm alles zu machen. Dabei ist es so, dass durch diese Schonhaltung erst ein muskuläres Problem eintritt, das sonst vielleicht gar nicht bestehen würde. Viele berichteten über Muskelschmerzen, viele sagten, die Kraft sei nicht so da wie auf dem gesunden Arm. Ich habe dann ein Beispiel gezeigt von einem Triathleten – einem relativ jungen Mann – der zwei Jahre nach einer mechanisch vergleichbaren Schrittmacher-Implantation begonnen hat, Triathlon zu machen. Er hat in einem Interview dazu gesagt, dass es mit dem Schwimmen – das ja beim Triathlon eine Maximalbelastung ist – wunderbar klappt.

Vielen Dank!

 

Das Gespräch führte: Birgit Schlepütz

Foto: Ilona Kamelle-Niesmann