Dr. Klaus Hampel freut sich, dass die Defi-Liga -hier die Vorsitzende Angelika Däne – dem Hitze-Haus einen externen Defibrillator gespendet hat. Foto: (ide)Dr. Klaus Hampel freut sich, dass die Defi-Liga -hier die Vorsitzende Angelika Däne – dem Hitze-Haus einen externen Defibrillator gespendet hat. Foto: (ide)

Münster. Das Gerät ist „laientauglich“. Nett ausgedrückt. Andere würden einfach sagen „idiotensicher“. Wie auch immer - der „externe Defibrillator“, über den das Franz-Hitze-Haus jetzt verfügt, ist ganz einfach zu handhaben. „Man muss nur an der gelben Lasche ziehen“, weiß Dr. Klaus Hampel. Dann spreche das Gerät mit dem Benutzer und gebe genaue Anweisungen zum Einsatz. „Wir sind total froh, dass wir das Teil hier bei uns haben“, bedankt sich der stellvertretende Direktor des Hitze-Hauses bei der Spenderin - der „Defi-Liga Herz-in-Takt Münster“.

Deren Vorsitzende Angelika Däne weiß nur zu gut, wie wichtig - und lebensrettend - dieses technische Hilfsmittel ist. „Bei uns sind ja immer viele Menschen im Haus, wenn da etwas passiert, sind wir gewappnet, bis der Notarzt kommt“, sagt Dr. Hampel. Nicht nur in seiner Funktion als stellvertretender Akademie-Leiter. Sondern auch als wissenschaftlicher Beirat der Defi-Liga, die er vor knapp 19 Jahren mitbegründet hat. Und die seitdem einmal jährlich in der Akademie am Kardinal-von-Galen-Ring eine große Tagung ausrichtet, die längst bundesweites Interesse weckt.

Die Zahl der Betroffenen, die unter lebensbedrohlichen Herzrhythmus-Störungen leiden, steigt. Und damit auch die Gruppe der Patienten, die einen „Defi“ bekommen: rund 23 000 Frauen und Männer jährlich. Für sie beginnt auf der einen Seite ein neues Leben, sagt Angelika Däne, auf der anderen Seite aber auch ein Kapitel mit vielen Fragen, Sorgen und Ängsten, die die Implantation eines Defibrillators aufwirft.Dies alles steht auch im Blickpunkt bei der nächsten, zweitägigen Informationsveranstaltung unter dem Motto „Leben mit dem Defibrillator - medizinische und psychosoziale Aspekte bei chronischen Herzkreislauferkrankungen“. Zahlreiche Referenten - unter anderem vom Universitätsklinikum Münster - stehen bereit für Vorträge und Fragerunden. Der Bogen ist weit gespannt: Aktuelle Fragen zur Rente, Umgang mit der Angst, mediterrane Ernährung und das Thema „Sport und Defibrillator“ stehen im Blickpunkt. Auch die Situation der Angehörigen, die Rolle des Hausarztes und der Erfahrungsaustausch untereinander nehmen viel Raum ein. Termin für die zweitägige Veranstaltung ist der 26./27. Februar. Anmeldungen werden im Franz-Hitze-Haus unter der Telefonnummer 98180 entgegengenommen.

von Martina Döbbe, Münster

 

Defibrillator

Ein Defibrillator ist ein medizinisches Gerät, das Stromstöße abgibt. Externe Defibrillatoren werden in Notaufnahmen, zunehmend aber auch in öffentlichen Gebäuden, bereitgehalten. Zudem gibt es jährlich rund 23 000 Eingriffe bei Patienten, die einen Defibrillator implantiert bekommen. Das Gerät soll ihren regelmäßigen Herzschlag sichern, sie vor dem plötzlichen Herztod schützen. Dieses etwa streichholzschachtelgroße Gerät wird unter den Brustmuskel implantiert und ist über eine Sonde mit dem Herzen verbunden. Es gibt bei Bedarf einen unerwarteten Stromstoß ab, und das aus dem Takt geratene Herz beginnt (im Idealfall) wieder normal zu schlagen. Ein solcher Stromstoß wird von vielen Betroffenen als unerträglich empfunden (ähnlich dem Tritt eines Pferdehufs vor die Brust). Fragen, Ängste und Einbußen an Lebensqualität begleiten Patienten sehr häufig.