Im Mittelpunkt des Online-Gesprächskreises am 29. Oktober 2025 stand eine Frage, das für Betroffene nach der Implantation eines Defis entscheidend ist: Wie lebe ich in jeder Hinsicht gut weiter? Als Experte war PD Dr. med. Heiko Burger eingeladen, der praxisnah erläuterte, wie Patientinnen und Patienten diesen Neustart gut meistern – medizinisch, technisch und emotional. PD Dr. med. Heiko Burger, Oberarzt und Programmleiter Rhythmuschirurgie in der herzchirurgischen Abteilung der Kerkhoff-Klinik in Bad Nauheim, hatte zuletzt 2024 bei der Jahrestagung der Defi Liga einen Arbeitskreis zum Thema Elektroden geleitet. Beim Online-Meeting befasste er sich nun mit dem Einstieg in ein „Leben mit Defi“, das durch Wissen, Aufmerksamkeit und Vertrauen in die moderne Medizin sicher gestaltet werden kann.
© I. Kamelle-NiesmannWas es bedeutet, mit einem Defi zu leben, hat sich noch nie mit einer einzigen Antwort erfassen lassen – und genau deshalb gehören die offenen Gesprächsrunden ohne ein bestimmtes Thema seit drei Jahren zu den festen Angeboten der Tagung. Auch in diesem Jahr fanden sich an beiden Tagen zahlreiche Gäste zusammen, um sich mit anderen Betroffenen und erfahrenen Medizinern auf Augenhöhe auszutauschen.
Können elektromagnetische Felder, die durch Geräte in unserem privaten und beruflichen Alltag entstehen, Herzrhythmusimplantate wie Herzschrittmacher und implantierte Defibrillatoren stören? Und wie gefährlich sind diese Einflüsse? Diese Fragen stellen Herzpatienten sich und ihren Ärzten häufig. Eine Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) fasst die aktuelle Studienlage zu dem Thema zusammen und spricht Empfehlungen für den Umgang mit unterschiedlichen elektronischen Geräten aus.
Auf der Tagung 2016 hatten wir die Geschichte von Frank Detlef Busch aufgezeichnet. Einem Mann, der einen Plötzlichen Herztod überlebte und dessen Krankheitsgeschichte damit erst begann. Die Kurzfassung: Am Ende mehrerer Eingriffe und Therapien sind sowohl sein Innenohr als auch sein Gleichgewichtsorgan geschädigt – irreversibel. Auf der Tagung 2016 musste Frank Detlef Busch noch alle Kraft aufbringen, beim Gehen nicht zu straucheln. Seine damalige Perspektive war: Es wird besser, aber es wird nie wieder gut. Sein damals größter Wunsch: „Ich möchte wieder arbeiten und Fahrrad fahren.“ Seine Krankenkasse war von einem Fahrrad nicht zu überzeugen. Jedenfalls stand es nicht auf der Liste derjenigen Dinge, die sie zu therapeutischen Zwecken bezahlen wollten. Wie schnell dieser Wunsch dennoch in Erfüllung gehen sollte, hätte Frank Detlef Busch damals nicht für möglich gehalten.
... sollten Sie mit ihrem Arzt besprechen, ob und wann das geht. Denn sie müssen nicht zwingend auf ihre Auto-Mobilität verzichten. Im Gegenteil. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK) hat zu diesem Thema ein umfangreiches Positionspapier erarbeitet. Neben aufwändigen statistischen Berechnungen zur Gefahreneinschätzung finden Sie darin auch übersichtliche Tabellen, die die gesetzlichen Vorschriften der Fahrerlaubnisverordnung FeV sowie die Leitlinien zur Begutachtung zusammenfassen. Außerdem übersichtlich dargestellte Empfehlungen für eine Vielzahl verschiedener Herzleiden.