Ein Blutfettwert mit besonderen Eigenschaften

Im Gegensatz zu LDL-Cholesterin oder anderen Blutfetten lässt sich ein erhöhter Lp(a)-Wert kaum beeinflussen. Der Grund: Rund 90 Prozent des Wertes sind genetisch festgelegt. Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung oder Gewichtsabnahme sind zwar unverzichtbar für die Herzgesundheit, verändern den Lp(a)-Spiegel jedoch kaum. Gleichzeitig gilt ein erhöhter Lp(a)-Wert als eigenständiger Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In der Vorsorge wird Lp(a) jedoch bislang oft unterschätzt. Wer seinen persönlichen Wert kennt, erhält eine wichtigere weitere Perspektive für die individuelle Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos. Gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt können Patientinnen und Patienten mit diesem Wissen geeignete Vorsorgemaßnahmen planen.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Lp(a) ist ein eigenständiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Alter, Geschlecht und Lebensstil (Ernährung oder Sport) sowie die meisten Medikamente beeinflussen den Lp(a)-Wert gar nicht oder nur geringfügig.
  • Lp(a) wird in der Leber gebildet.
  • Der Lp(a)-Wert steigt mit dem Alter – bei Frauen ab 50 Jahren stärker als bei Männern.
  • Eine einmalige Messung im Erwachsenenalter wird heute empfohlen, um ein erhöhtes Risiko frühzeitig zu erkennen. Bei Frauen nach der Menopause macht eine Wiederholungsmessung Sinn. Dann sollte jedoch nicht nur das Lp(a), sondern auch die anderen Fettstoffwechselparameter überprüft werden.
  • Eine speziell zugelassene Therapie zur gezielten Senkung von Lp(a) gibt es derzeit noch nicht. Wer den eigenen Wert kennt, kann jedoch andere Risikofaktoren – etwa LDL-Cholesterin, Blutdruck oder Diabetes – konsequent behandeln und dadurch das Gesamtrisiko deutlich senken.
  • Medikamente zur spezifischen Senkungen des Lp(a) sind in der klinischen Entwicklung und werden frühestens im Jahr 2028 verfügbar sein.

In eigener Sache

Mit den Online-Gesprächskreisen bietet die Defi-Liga ein Informationsangebot für Menschen an, die nicht an den Präsenzveranstaltungen in Münster teilnehmen können – sei es wegen einer weiten Anreise, eingeschränkter Mobilität oder anderer persönlicher Gründe. So haben Interessierte auch von zu Hause die Möglichkeit, sich über aktuelle medizinische Themen zu informieren und mit Expertinnen und Experten ins Gespräch zu kommen. Die Online-Gesprächskreise haben keine festen Termine, sondern finden verstreut über das Jahr statt. Auf der Homepage kündigen wir unter „Termine“ die Online-Gesprächskreise rechtzeitig an. Regelmäßig vorbeischauen lohnt sich!